Bushido

 

Bushido bedeutet wörtlich "Weg (do) des Kriegers (Bushi)" und bezeichnet den Verhaltenskodex und die Philosophie der Samurai. Die Samurai entwickelten diesen strengen Verhaltenskodex, der u.a. die sieben Tugenden eines Kriegers beinhaltete. Dieser Kodex war die Basis für alle Verhaltensweisen, auch im privaten Bereich: 

 

 

1. Gi: Aufrichtigkeit und Mut

2. Yuu: Mut

3. Jin: Güte

4. Rei: Höflichkeit

5. Makoto: Wahrheit und Wahrhaftigkeit

6. Meiyo: Ehre

7. Chuugi: Treue, Pflicht und Loyalität

 

 

Bushido hat heute seine Bedeutung in den traditionellen japanischen Kampfkünsten (Budo). Budo setzt sich aus den japanischen Worten Bu, das soviel wie tapfer, militärisch, kriegerisch bedeutet, und Do zusammen. Do wiederum bedeutet Weg, Lehre, Philosophie, Prinzip. Budo wird heute als Oberbegriff für die Gesamtheit der asiatischen Kampfkünste verwendet.

 

Im Gegensatz zum Begriff Bujutsu (Jutsu = Kunst oder Kunstgriff), der die reine technische Kampfkunst beschreibt, beinhaltet der Begriff Budo den wichtigen philosophischen Aspekt Do. Das ernsthafte Üben des Budo beschreibt also einen Weg, auf dem man wandelt. Ein Weg, in dessen Verlauf man sich selbst wandelt, nicht nur vordergründig die Physis des Sporttreibenden, die Fitness und Widerstandskraft, die Fähigkeit, Angriffe abzuwehren und sich zu verteidigen, sondern weit mehr. Es ist ein Weg der Persönlichkeitsentwicklung, ein Weg zu Selbsterkenntnis und Selbstvertrauen, zu Ausgeglichenheit, innerer Harmonie und Frieden. Es ist ein Weg, auf dem man sich Auseinandersetzungen stellen muss, mit seinem "Gegner", der immer ein Partner ist, aber vor allem auch mit sich selbst. Ein wahrer Budoka muss sich selbst und anderen auf der Strasse nichts beweisen, und er wird ausserhalb des Dojo nur kämpfen, wenn es absolut unvermeidlich ist.

 

Im Budo lebt Bushido, der traditionelle Ehrenkodex der Samurai, weiter.

 

   Bushidokan: Kampftechnik und Persönlichkeitsentwicklung

  

 

Im Fokus des Unterrichts steht die ganzheitliche Selbstentwicklung des Übenden. Es wird nicht das Streben nach Pokalen, Militarismus, Schlägerei oder Esoterik gefördert, sondern vielmehr die disziplinierte Arbeit an kampfechter, praktischer Technik. Der Übende baut neben körperlicher Fitness auch Kampfgeist, Mut und Entschlossenheit auf. Konzentrationsfähigkeit und Durchhaltevermögen werden durch den Unterricht gesteigert. Es ist wichtig zu erkennen, dass sich Wettkampf (= Kampfsport) und Budo (= Kampfkunst) gegenseitig ausschliessen. Im Sport geht es immer darum, andere zu besiegen. Im Budo aber geht es darum, sich selbst zu besiegen.

 

Dem Körper sind natürliche Grenzen gesetzt. Nur bis zu einem bestimmten Alter sind Fortschritte im körperlichen Training möglich, dann nehmen physische Kraft und Schnelligkeit ab. Dem Geist sind jedoch keine Grenzen gesetzt. Das wahre Training beginnt dort, wo das körperliche Training endet und endet erst mit dem Tod. Man kann nämlich jeden Tag etwas Neues lernen.

 

Im Budo gibt es einen sehr wichtigen Leitsatz: "Der Weg ist das Ziel"

 

Es geht also nicht so sehr darum, irgendein Ziel zu erreichen und sich damit zufrieden zu geben, sondern es geht darum, den richtigen Weg zu wählen und diesen Weg immer weiter zu folgen. So wird man erkennen, dass es ein Leben lang keine Grenzen gibt.